Ingo Lenßen
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Ingo Lenßen

Wertminderung nach Unfallschaden

Wird ein Fahrzeug in einen Verkehrsunfall verwickelt und dabei erheblich beschädigt, tritt auch nach erfolgreicher Reparatur des Unfallschadens eine Wertminderung ein. Diese Wertminderung beschreibt den vermutlichen Verlust beim Verkauf eines Fahrzeuges mit Unfallschaden im Vergleich zum Verkauf eines gleichwertigen Fahrzeugs ohne vorherigen Unfallschaden. Es handelt sich also um einen finanziellen Ausgleich zum fiktiven Werteverlust, der deshalb auch als merkantiler Werteverlust bezeichnet wird. Da es sich dabei immer um fiktive Werte handelt, kann der Werteverlust auch nicht per definitiver Feststellung beziffert werden.

Für welche Fahrzeuge kann ein Werteverlust geltend gemacht werden?

Grundsätzlich kann eine Wertminderung nur für Fahrzeuge mit repariertem Unfallschaden geltend gemacht werden. Dabei sind Bagatellschäden wie kleine Lackkratzer und geringfügige Parkrempler vom Grundsatz her schon ausgeschlossen. Darüber hinaus gilt, dass für Fahrzeuge über dem 5. Jahr ab Erstzulassung und/oder mit einer Laufleistung von deutlich über 100.000 Kilometern ebenfalls keine Wertminderung beansprucht werden kann. In diesen Fällen gilt, dass die nach einem Unfall eventuell verbauten Neuteile von sich aus schon eine Wertsteigerung darstellen, was einen Werteverlust jedoch ausschließt.

Wer muss die Wertminderung bezahlen?

Der merkantile Werteverlust eines Fahrzeuges nach einem Verkehrsunfall wird in aller Regel durch die Versicherung des Unfallverursachers getragen und ist Bestandteil der Schadenswiedergutmachung. Dazu gehören unter anderem auch Reparaturkosten, Nutzungsausfall und eventuell Schmerzensgeld und Gutachterkosten, die aber jeweils voneinander getrennt zu betrachten sind. Die Summe, die sich aus der Berechnung der Wertminderung ergibt, wird durch die gegnerische Versicherung an den Geschädigten ausbezahlt. Wichtig ist dabei auch die Beachtung der Eigentumsfrage. Anspruchsberechtigt ist immer nur der Eigentümer, also nicht der Fahrer des Fahrzeugs oder der Versicherungsnehmer. Wird ein Fahrzeug beispielsweise über eine Bank finanziert, dann gehört das Auto bis zur vollständigen Abzahlung der Bank. Entsprechend ist dann auch die Bank Eigentümer des Fahrzeugs. Gehört Ihnen das Auto ohne Einschränkungen, steht der Betrag der Wertminderung natürlich Ihnen zu.

Wie berechnet sich die Summe der Wertminderung?

Wie bereits beschrieben, handelt es sich bei der Berechnung der Wertminderung immer um fiktive Werte. Diese orientieren sich am Werteverlust beim Verkauf des Fahrzeugs, weil dieses ja nun als Fahrzeug mit behobenem Unfallschaden zu verkaufen ist. Dafür zahlen Käufer entsprechend weniger, als wen es sich um ein unfallfreies Auto handeln würde.

Zur Feststellung der Wertminderung werden Vergleichstabellen herangezogen. Diese stellen immer einen Anhaltspunkt zur Berechnung des Werteverlustes dar. Die tatsächlichen Summen für die Wertminderung können davon abweichen, beispielsweise wenn das Auto schon Vorunfälle hatte oder im Allgemeinzustand ohnehin nicht mehr den Wert vergleichbarer Fahrzeuge aufweist.

Als Anhaltspunkte gelten folgende Prozentsätze

Zulassungsjahr Anteil Reparaturkosten im Verhältnis zum Wiederbeschaffungswert
10-30% 30-60% 60-90%
1. Jahr 5% 6% 7%
2. Jahr 4% 5% 6%
3. Jahr 3% 4% 5%
4. Jahr 3% 4% 5%

Das bedeutet, dass beispielsweise ein Fahrzeug mit einem Wiederbeschaffungswert von 20.000 Euro für 2.000 Euro repariert wurde. Hier beträgt die Zwischensumme 22.000 Euro. Nun ist das Fahrzeugalter zu berücksichtigen. Ist der Wagen im 2. Jahr, kommen als Wertminderung 4% aus der Summe von Wiederbeschaffungswert und Reparaturkosten zur Berechnung. 22.000 Euro mal 4% sind laut Tabelle 880 Euro, die als Wertminderung auszugleichen sind.

Sachverständigengutachten kann hilfreich sein

Die Wertminderung selbst zu berechnen funktioniert manchmal, wird aber nicht immer und auch nicht von allen Versicherern anerkannt. Besonders bei größeren Unfallschäden lohnt sich ein Gutachten durch einen unabhängigen Sachverständigen allemal. Auch im Hinblick auf die Wertminderung. Der Sachverständige kann im Zuge seiner Arbeit der Schadensaufnahme und Bewertung auch die merkantile Wertminderung mit berechnen. Sofern die Schadenshöhe den Bagatellwert von 750 Euro übersteigt, müssen die Kosten für den Sachverständigen ohnehin von der Versicherung des Unfallverursachers mit übernommen werden.

Vorteilhaft ist, dass der unabhängige Sachverständige nicht nur den Schaden selbst sehr professionell begutachten und bewerten kann. Er kann auch mit klaren Zahlen zur Wertminderung aufwarten. Die Versicherer widersprechen solchen Gutachten recht selten. Manchmal wird auch ein Gegengutachten angestrebt, was allerdings auch für die Versicherung nur bei hohen Versicherungsleistungen Sinn macht. Eine klare richterliche Linie in der Bewertung und Anerkennung der Wertminderung fehlt jedoch.

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